Brewdog kommt nach Berlin

In Bierbars by Frieda Hintze

Man sagt zwar, dass die Vorfreude manchmal am Schönste sei, doch bei ausgezeichnetem Bier ist das anders. Da entsteht die Glückseligkeit und Sinnenfreude erst wirklich, wenn man das gut gefüllte Glas in der Hand hat.
Seit einigen Jahren munkelt die Berliner Bierszene schon darüber, ob, wann und wo die schottische Craft Beer Ikone BrewDog sich in der Hauptstadt niederlassen wird. Nun hat die Ungeduld endlich ein Ende. Am Freitag 11. November eröffnet die erste deutsche BrewDog Bar in der neu erbauten Ackerstraße 29. Die Berlin Beer Academy durfte bereits einen Blick hinter die entstehenden Kulissen werfen und sprachen mit Barmanager Dean Pugh über diese junge Bierperle, moderne Punks und ihre neue Heimat Berlin.

30 rotierende Zapfhähne mit frischen Gebrautem von Brewdog sowie einigen Gastbieren tronen über dem schicken Tresen. Alle Biere können auch im Growler abgefüllt und mit nach Hause genommen werden. Aber das will man eigentlich gar nicht. Denn zu Hause gibt es vermutlich keine eigene Pizzabäckerei, Craft Beer Bibliothek, Pinball, Brettspiele und geführte Bier-Verkostungen. Gut, dass täglich ab 10 Uhr geöffnet ist und man es sich dort schön gemütlich machen kann.


Dean erwartet ein bunt gemischtes Publikum aus Nachbarn, After-Work Crowd, Touristen und Beer Geeks von jung bis alt, alle vereint im Biergenuss.
Aber wo bleiben da die Punks? Punk sein heißt für BrewDog vor allem unabhängig und selbstbestimmt zu agieren. Dies ermöglicht den Betreibern authentisch zu bleiben und kompromisslos ihre Vorstellungen, Ideen und Rezepte genauso zu verwirklichen, wie es ihnen passt. Das geht in ihren Augen nur, ohne große Kredite bei Bank und Investoren aufzunehmen. Zwei Jahre nach der Gründung startete BrewDog 2009 mit einer super erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne voll durch.  Mittlerweile sind sie das am schnellsten wachsende Getränkeunternehmen Großbritanniens und vereinen unter dem Motto „Craft Beer for the people“ über 20.000 bierliebende Aktionäre. So kann es also auch gehen!

29 BrewDog Bars gibt es bis dato auf den Britischen Inseln sowie 16 weitere im internationalen Raum: Von Sao Paulo über Warschau bis nach Tokyo. Normalerweise führt BrewDog die Internationalen als „Partnership-Bars“, welche mit einem lokalen Verantwortlichen zusammen geleitet werden. Anders in Berlin – diese ist 100% BrewDog Eigentum. Die Berliner Bar war Brewdog Mitgründer James Watt eine Herzensangelegenheit, da er einst in Deutschland studierte, die aufblühende Bierszene interessant findet und sich hier insgesamt sehr wohl fühlt. Überhaupt eröffnen die Oberpunks ihre Bars ausschließlich in Städten in die sie gerne reisen.
Dass sich die Erfolgsgeschichte in der Ackerstraße fortsetzen wird, steht außer Frage. Somit dürfen sich auch andere Bezirke und deutsche Städte vermutlich bald auf weitere BrewDog Locations vorfeuen.